Kino Film DVD – ja Bitte!

Bewegte Bilder haben den Menschen immer schon interessiert. In den Anfängen der Kinematografie fand das, was damals noch tatsächliches Spektakel war, auf Jahrmärkten statt. Hier präsentierte man den staunenden Gästen in Schaubuden optische Täuschungen. Mit einem Stereoskop war es möglich, dreidimensionale Bilder zu betrachten. Im Jahre 1893 schließlich entwickelte der Erfinder Thomas Alva Edison zusammen mit William Laurie Dickson das Kinetoskop. Die war eine Art Schaukasten, in der jeweils einer Person möglich war, bewegte Bilder – also einen kleinen Film – zu betrachten. Nahezu zeitgleich kam in Europa der Cinématographe der Lumiére-Gesellschaft aufs Podest. Die Lumiéres hatten fertiggebracht, Filme sowohl aufzunehmen als auch wiederzugeben. Die allererste, dokumentarisch belegte Kinovorführung in Österreich fand bereits 1896 statt. Die Wiener Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproduktionsverfahren lud zu einer Vorstellung mit dem Cinématographe der Brüder Lumiére ein.

Bald fanden überall, vor allem in Cafés, Hotels und Gasstätten Stimmfilmvorführungen statt. Der Tonfilm war noch nicht erfunden. Vorgeführt wurden kurze Szenen, gespielte Witze. Die „Filme“ dauerten in der Regel nicht länger als eine Minute. Als sich mit der Zeit der anfängliche Enthusiasmus, das Erstaunen über die bewegten Bilder gelegt hatte, gingen die Filmemacher dazu über, auch Dokumentationen und das gegenwärtige Geschehen aufzunehmen. Die Filmkomödie, der Spielfilm, die Dokumentation entstand. In dieser Zeit um die Jahrhundertwende gaben viele Schausteller ihre fahrende Tätigkeit mit dem Filmvorführgerät auf und etablierten sich an festen Standorte. Die ersten wirklichen Kinos entstanden.

Die Zeit der Filmstars beginnt

Es kam die Zeit der Lichtspielhäuser, der Filmpaläste, die ihren Namen wahrhaftig zu Recht trugen. Wie die Länge und der Inhalt der Filmproduktionen stieg, wuchs auch die Größe der Vorführörtlichkeiten. Das erste deutsche Kino stand in Berlin, Unter den Linden. Auch in Hamburg wurde etwas später auf der Reeperbahn „Knopfs Lichtspielhaus eröffnet. Die ältesten Kinos auf dem Globus, die auch heute noch bespielt werden, sind das Saga in Schweden, aus 1906, das Kino Pionier in Stettin sowie das Gabriel Filmtheater in München. Die Bezeichnung „Palast“ wurde den Kinosälen von damals durchaus gerecht. Das Roxi-Theater beispielsweise fasste 6000 Menschen. Auch verhielt sich die Kinokultur ein wenig anders. In den großen Kinos konnte man speisen und sich vor allem in mondäner Atmosphäre entspannen. Klimaanalgen und verschwenderisches Interieur gestalteten die Filmtheater zu etwas ganz Besonderem. Marmorne Nymphen und Mosaikwände, Marmorsäulen, Kristalllüster und gepolsterte Diwans – so sahen die Kinopaläste aus. In den Anfängen des Films gab es noch den Beruf des „Filmerklärers“, der jedoch bald durch Untertitel abgelöste wurde. Zu den stummen Filmen spielte ein Klavier. Bald entstand auch der Beruf des Filmmusikkomponisten, sodass nicht mehr volkstümliche Musik, ohne Bezug zum Film gespielt wurde, sondern eigens für den Film komponierte Stücke zum Vortrag kamen. Im Jahre 1927 war die Zahl der Kinobesucher auf sechs Milliarden Menschen gestiegen, ein Massenphänomen. Ein Kinobesuch kostete damals umgerechnet etwa 20 Euro, in der Vorführung gab es verschiedene Filme zu sehen, das Kernstück der Hauptfilm. Zu Beginn der Vorführung wurde meist ein Singspiel aufgeführt, es folgte die Wochenschau, dann der Hauptfilm. Um den Stummfilm akustisch zu untermalen, wurden Chöre und ganze Orchester, Opernsänger eingesetzt. Auch gab es Geräuschmacher und entsprechende Maschinen, Jahrmarktsorgeln, Pianolas.

Die Bilder lernen sprechen

Natürlich war man bestrebt den Film mit Ton zu versehen. Am Anfang benutzte man dazu noch Grammophone, auf denen die Sprecherrollen abgespeichert waren. Diese sollten dann parallel zum Film laufen. Aufgrund der ständigen Filmrisse und der Kürzungen, die dadurch in den Filmstreifen auftrat, war es sehr schwierig wenn nicht unmöglich auch nur eine leichte Synchronizität herzustellen. Das änderte sich mit in die Filmspule integrierten Tonspuren. Hierbei arbeitete mit einem mehr oder weniger durchsichtigen Medium, das, je nach Lautstärke und Frequenz unterschiedlich hell und dunkel war. Die Lichtsignale wurden zu Ton konvertiert. Vorbei die Zeit, in der Filmrisse die Synchronizität beeinflussten. Der Tonfilm trat seinen Siegeszug an. Doch beließ man es nicht bei dieser technischen Neuerung. Der Film sollte in Farbe zu sehen sein. Frühere Versuche Filme manuell zu kolorieren waren aufgrund des immensen Arbeitsaufwandes wieder aufgegeben worden.

Farbe kommt ins Spiel

Schon von Beginn der Kinokunst an, versuchte man, die Filme farbig abzuliefern. Der Durchbruch gelang mit dem sogenannten „Bigpack-Verfahren. Hier arbeitete man mit einem Verfahren, dass dem in der heutigen Filmerstellung schon sehr ähnelt, aber noch rein mechanisch ausgeführt wurde. Man legte einfach einen unbelichteten und einen belichteten Filmstreifen übereinander. War auf dem belichteten Streifen nun eine Gewitterszene, konnten die Schauspieler ihren Dialog in eben diesem Gewitter ausführen. Heute benutzt man in der digitalen Foto- und Videobearbeitung dasselbe Prinzip mit sogenannten Layern. Die ersten Verfahren im Farbfilm waren Technicolor und auch Agfacolor, das bis in die Fünfziger Jahre hinein benutzt wurde. Ein großer Name ist die UFA – hier haben unvergessene Schauspieler wie Heinz Rühmann, Marlene Dietrich, Zarah Leander, Regisseure wie Fritz Lang und Erich Pommer ihre berühmten Filme gedreht, von der „Feuerzangenbowle“ über „Metropolis“ und „Der blaue Engel“.

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Neue Zeiten

Gerade einmal 50 Jahre hielt der große Kinoboom an. Dann tauchten die Fernsehgeräte auf. Die Besucherzahlen in den Kinos verringerten sich rasant. Lediglich in den Vereinigten Staaten von Amerika machte eine besondere Art des Kinos Furore. Allerdings zumeist weniger aus Begeisterung für den Film, sondern mehr um den prüden Normen in der amerikanischen Gesellschaft zu entkommen. Das Autokino. Natürlich bemühte und bemüht sich die Filmindustrie weiterhin, Zuschauer in die Kinos zu locken. Multiplexkinos mit neuen Breitwandtechniken, Dolby-all-Surround, dreidimensionale Filme, Techniken wie Cinerama, Todd-AO 70 mm, CinemaScope oder Cinemiracle sollen das Kino wieder an Mann bringen. Doch der Fortschritt ist und war schneller. Mit dem Internet, zuerst durch das Usenet, konnte man sich Filme auf den eigenen Rechner laden, man konnte und kann sie bequem zuhause ansehen, sie kosten meist nur wenig oder gar nichts. Eine Möglichkeit des Downloads bietet hier zum Beispiel die Firma Topusenet.de, die eine Unmenge an Filmmaterial zum Herunterladen anbietet. Der Download von Filmen aus dem Internet und die Bereitstellung auf Video- und DVD leiteten den Niedergang des Kinos ein, der in unseren Tagen, nach dem Willen der Filmemacher langsam ein Ende finden soll. Zeitgenossen in der modernen Filmkunst bezeichnen das, was momentan auf den Bildschirmen zu sehen ist, als eher flach. Die digitale Filterstellung und Bearbeitung biete neben der reinen Erzählkunst noch wesentlich mehr. So werden neue Wege gesucht und gefunden. Modernste Technik beispielsweise macht die Mitwirkung der Zuschauer möglich, sie können interaktiv tätig sein. Stellt sich die Farge ob in Zukunft der Zuschauer tatsächlich als Protagonist in Filmen wirken kann – rein technisch ist das bereits durchaus machbar. Als Schubs in diese Richtung mögen die wie Spielfilme anmutenden Gams auf den Spielkonsolen sein. Uns steht als eine Enterprise-mäßige, interaktive, drei-oder vierdimensionale Zukunft bevor. Hör-, Geschmacks-, Seh- und Fühlkino. Fehlt bloß noch, dass unsere Gehirne an die Geräte angeschlossen werden, mittels eines Ports, den man sich einpflanzen lassen kann. Bereits passiert und keine allzu ferne Zukunft mehr.